Sonntag, 4. Dezember 2011

Tudor Korsett : Teil 1

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Schnittmuster : Simplicity 2621
kein Schwierigkeitsgrad vorgegeben.
 > fortgeschritten

Hauptstoff : 8 € pro Meter. Leinen

Innen/'Futter' : 4 € pro Meter. Baumwolle

Korsettstäbe : Federstahl 11mm. 1,60 € pro Meter

Schrägband : Baumwolle

Ösen

Korsettschnur : 0,60 € pro Meter






Da ich im Nähkurs so gut wie alle Grunddinge schon lernte, wollte ich für den Nähkurs nun etwas schwieriges. Ich dachte natürlich sofort an ein Korsett der Renaissance, da ich vor habe ein Tudorkleid zu nähen. Im Endeffekt hat sich dann jedoch heraus gestellt, dass es überhaupt nicht so schwer zu nähen ist wie ich dachte. Es ist natürlich etwas komplizierter als 'normale' Kleidung, aber ich hab es mir schlimmer vorgestellt.

Infos zu den Materialien :

Hauptstoff :
Bei einem Korsett (vorallem bei einem aus der Tudorzeit) ist es natürlich wichtig, dass es nachher steif ist und die Stäbe halten kann und deshalb wählte ich einen dicken Leinenstoff, den ich relativ günstig auf einem Stoffmarkt bekommen habe. Dieser lag bei den Polsterstoffen, also da am besten mal vorbeischauen.
(Bei dem Futterstoff muss man auch darauf achten, dass die Korsettstäbe nachher nicht hindurchstechen können)

Korsettstäbe :
Der Nähladen meiner Stadt hatte bloß Stäbchenband, mit dem ich bei einem Tudorkorsett natürlich nicht viel anfangen konnte. Nach längerem recherchieren habe ich mich dann dazu entschlossen Federstahl zu benutzen, was wirklich sehr gut funktioniert hat (dazu später mehr..)
Ich bestellte sie auf dieser Seite :
Kostümkram
Infos zu den einzelnen Stäbchen habe ich -hier- gepostet.

Teil 1 :

Nachdem die Stoffe (zu denen ich ja oben etwas sagte) ausgesucht sind, versuchte ich diese Anleitung zu entschlüsseln und bin daran gescheitert. Diese blöden Anleitungen sind meistens kaum zu verstehen und ich frage mich wirklich oft wieso die das nicht einfach in ganz normaler Sprache abdrucken, anstatt in dieser 'Nähsprache'. Das meiste ist einfach nur überkompliziert erklärt.
Daraufhin habe ich dann einfach drauf los hantiert.

Ausgeschnitten. Schlaufen bereits genäht.

So sieht das ganze dann ausgeschnitten aus.
Da ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Blog hatte, hab ich erst letzens dieses Bild gemacht. Auf diesem Bild sind die Schlaufen bereits fertig genäht.
Nach dem Ausschneiden des Leinenstoffes und des 'Futter'stoffes habe ich diese per zickzack direkt aneinander genäht, da Leinen sehr dazu neigt auszufrisseln.
Bei den Rückenteilen sollte man es nicht bloß aneinander nähen, sondern von innen die äußere Naht setzen, damit alles sauberer ist.
= Also : Man hat Leinen und 'Futter' und legt diese rechts auf rechts aufeinander. Dann steppt man die äußere Naht, also die in der Mitte des Rückens sein wird. Dann dreht man das Ganze herum, sodass man dann die rechten Seiten wieder außen liegen hat. Dann wird rundherum per zickzackstich 'Futter' und Leinen aneinander genäht.
Durch diese innere Naht wird alles sehr sauber und hält somit auch später die Ösen besser.

'Futter' setze ich ganz bewusst in Gänsefüsschen, weil es kein wirkliches Futter ist. Es ist zwar innen, jedoch dient es nicht wirklich als Futter und deshalb kann man 'Futter' und Leinen ruhig direkt zusammen nähen.
Das 'Futter' dient nämlich bloß dazu, dass man nachher die Kanäle steppen kann und man die Stäbe dann zwischen 'Futter' und Leinen schieben kann.

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